„Lieder in Bildern“ – das ist eine Melange, die Kunst, Lyrik und Musik miteinander verwebt. Am Dienstagabend wurde der Liederzyklus im Rahmen des Klavierfestivals Lindlar im Kulturzentrum aufgeführt. Das Werk ist eine Gemeinschaftsarbeit des Komponisten Markus Schönewolf aus Kürten und des Künstlers Ernst-Martin Heel aus Bonn. Es umfasst einen Zyklus von zwölf Gedichten, die von Sopranistin Theresa Nelles teils gesungen und teils gesprochen vorgetragen werden. Begleitet wird die Sängerin von Jie Zhou an der Harfe.

Zusammen mit Maler Heel verband der Komponist die Musik mit expressiven, großformatigen Malereien. Schönewolf führt an, dass man das Werk als Wanderzyklus bezeichnen könne und somit der Vergleich zu Schuberts Winterreise naheliegt. Als Zhou die ersten wellen- und windförmigen Melodielinien auf der Harfe spielt, schwebt der Klang durch den ganzen Saal des Kulturzentrums. Die Musik ist fließend, anders als das Klavier hat das Harfenspiel nichts Perkussives.

Die außergewöhnlich gute Akustik des Lindlarer Konzertsaals kommt der Musik sehr zugute. Theresa Nelles’ Vortrag zwischen Gesang und gesprochenem Wort bettet sich mal in den musikalischen Klang ein, mal scheint er über ihm zu stehen, immer ausdrucksstark, nie beiläufig. Die Bilder Heels im Hintergrund verleihen den Textzeilen visuell Ausdruck – philosophisch hintergründig und Raum für eigene Gedanken lassend. Häufig finden sich Naturmotive in Text und Bild wieder. „Seele Atme Welt“, fleht die Sopranistin fast schon und vereint das Ich am Ende des sechsten Liedes „Betrachtung“ mit der Natur in den Worten „Ich Ich-Natur“. Oftmals hat „Lieder in Bildern“ einen meditativen Charakter.

Gedanken und Stimmungen streifen Themen wie Endlichkeit oder Zeit, wenn im Lied elf Markus Schönewolf den Zuhörern in den Zeilen „Denn nicht war, was war, doch wahr, was war“ zunächst auf die Vergangenheit schaut, um daraus zu schließen, dass „… was wird, übersteigt das Gestern“. Schließlich kommt der Dichter zu dem Schluss „Denn die Zeit ist ein Geschöpf des Vaters“. Am Ende bleibt Schönheit, dargestellt in Kunst, Lyrik und Gesang.

Im Anschluss an das Konzert konnten die Zuhörer Fragen an die Musikerinnen, den Komponisten und den Maler stellen. Dabei entspann sich eine rege Diskussion.

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