Konzerteinführung A-cappella-MusikDir, dir, Jehova, will ich singen – Chormusik a cappella aus sieben Jahrhunderten

 

Der A-cappella-Gesang stellt gewiss die „Königsdisziplin“ des Chorgesangs dar, ist gleichzeitig auch größte Herausforderung, liegt der Vokalklang doch nackt, ungeschminkt und bloß dar, dabei jeglicher instrumental-intonatorischen Stütze entbehrend.

Vom italienischen „alla cappella“ – nach Art der (Gesangs-)Kapelle – abgeleitet, meinte der Begriff zunächst Chormusik mit colla parte geführter Instrumentalbegleitung oder gar reine Instrumentalmusik mit quasi-vokalem Anspruch an die Linearität der beteiligten Stimmen. Erst mit der Wiederentdeckung der alten Meisterwerke im 19. Jahrhundert erhielt der Begriff seine heute noch gültige Bedeutung für unbegleiteten Chorgesang.

War diese Form des Chorgesangs im Mittelalter und der Renaissance vorherrschend – zumal im sakralmusikalischen Bereich – wird sie im Zeitalter des Barock wie der Klassik zugunsten des instrumental begleiteten Gesangs zurückgedrängt – zunächst, um sich vom Dogma der Polyphonie zugunsten eines besseren Textverständnisses wie einer gefühlsbetonten Affektbezogenheit lösen zu können. (So werden die in diesem Konzert zu Gehör gebrachten Werke beider genannter Epochen eigentlich instrumental begleitet vorgetragen.) Eine weitere Blütezeit erlebt der A-cappella-Gesang in der Epoche der Romantik.

In diesem Konzert werden Werke der A-cappella-Literatur aus sieben Jahrhunderten vorgetragen – ein musikalischer Querschnitt vom Mittelalter bis zur Moderne, der nicht nur des virtuosen Programms wegen, sondern vielmehr aufgrund der stilistischen Diversität eine große Herausforderung an die Ausführenden wie an das Auditorium darstellt.

Einen Schwerpunkt bilden die Choralsätze aus Johann Sebastian Bachs Johannespassion, deren Gesamtaufführung der Kammerchor an St. Gereon für die Fastenzeit 2010 plant.

Werkeinführung